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Einführung zur Ausstellung: Annegret Heinl, Folienbilder (Ausschnitte)
Lichtblicke · Clair – Obscure · Skyskapes, Folienbilder
Nicht von dieser Welt, und doch wahrnehmbar als zeitloser Raum surreal anmutender Weiten, so waren meine ersten Gedanken beim Blick auf Annegret Heinls hier zu betrachtende dreiteilige Serie Lichtblicke, Clair Obscure sowie Skyskapes. Schon ihre Titelwahl lässt Assoziationen zu, deutet auf ihre ganz außergewöhnliche Technik hin. Sie arbeitet mit dem Zufall und dem Assoziativen, spielt damit absichtlich. Annegret Heinls besondere Gabe in all ihren Werken und auch Performances ist, Konzept, Idee, Intention und doch auch wieder freie Resultate virtuos miteinander verbinden zu können. Ihr gelingt die Balance zwischen Realisierung des künstlerischen Konzepts und teils vorgegebener, teils offener Assoziation. Hinzu kommt das, was auf der Seite des Betrachters auch noch wahrgenommen wird. Genau dieses Zusammenwirken ist speziell und sehr bemerkenswert.
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Ihre künstlerische Grundhaltung findet sich wieder in der Bearbeitungsweise der Folienbilder, die allein durch die Vorauswahl des Foliematerials und bestimmter Tuschefarben geradezu dazu einlädt, Spiel, Zufall, Konzept und Freiräume miteinander auszuloten und genial zu kombinieren. Kalkül ist es allemal, Annegret Heinl überlässt im Vorfeld gar nichts dem Zufall. Ihre Mischkalkulation sozusagen schöpft voll und ganz das im möglichen Ergebnis innewohnende Potenzial aus.
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Ein archaischer zeitloser Raum oder, Momente der Ewigkeit? Wer weiß? Das sind bezeichnende Worte der uns oft eingrenzenden Sprache. Im nächsten Moment des Hinsehens kann sich alles auch schon wieder anders zeigen. Die Bilder sprechen die Täuschbarkeit und auch Veränderbarkeit unserer Wahrnehmung an. Sie machen schon etwas sichtbar, was jenseits sonst bewusster oder genormter Wahrnehmung existieren könnte. Sie thematisieren unsere Wahrnehmung von Lichteinflüssen und die Präsenz von Schatten und seine Wirkung. Andererseits entstehen sehr intensive Färbungen und außergewöhnliche "nicht-irdische Landschaften".
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Im Englischen gibt es den schönen Begriff "Layers". Ich kenne ihn aus der Musik, wo Tonebenen sich überlagern, ohne ineinander zu fließen. Jede einzelne Schicht ist deutlich als solche noch erkennbar, es gibt keinen "Salat", keine Vermischungen der Ebenen und doch bilden alle Elemente ein Gesamtes. Letztlich wird der entstandene Raum immateriell gestaltet, denn physikalisch entsteht Farbe durch Lichteinwirkung, und Kontraste durch die Rezeptoren unserer Sehorgane. Es ist ein interessantes Phänomen, das auch hier in Annegret Heinls Folienbildern Gültigkeit hat oder besser, das sie mit Kalkül einsetzt.
Claudia Heib, Köln 2006
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